Traditionen Verbinden oder wie die "Bembel-Batik" erfunden wurde

Fairtrade Mode. Design aus Hessen Produktion auf Bali

 

Apfelwein ist für die deutsche Kultur unverzichtbar.

Dies beschloss die Unesco-Kommission und zeichnete das

„hessische Stöffsche“ zum Kulturerbe in Deutschland aus.

 

Ob Apfelwein, Äppler oder Schobbe – es ist und bleibt „e guudes Stöffsche“: Was viele in Frankfurt und der Rhein-Main-Region schon lange finden, bestätigt nun die Unesco und erhebt den Apfelwein zum deutschen Kulturerbe.

Die Apfelweinkultur verbindet Fertigkeiten um die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen mit Wissen und Können der Apfelweinherstellung und den dazugehörigen Bräuchen, teilte die Unesco-Kommission mit. Damit gehört das hessische Kultgetränk jetzt zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland.

 

Traditionell wird der Apfelwein in einem „Bembel“ ausgeschenkt. Als Bembel wird eine dickbauchige Kanne aus Westerwälder Steinzeug bezeichnet. Bemalt werden Bembel mit stilisierten Apfelzweigen oder Kränzen, die manche auch als „Bembelblume“ oder „Bembelranke“ bezeichnen.

 

Batik ist für die indonesische Kultur unverzichtbar.

Dies beschloss die Unesco bereits im Oktober 2009.

Da wurde die handgemachte Batik als "lebendiges Weltkulturerbe" anerkannt und zur zu schützenden Kultur ernannt.

 

Batik bedeutet „Mit Wachs schreiben“. Ein Muster wird mit Wachs auf Stoff gezeichnet oder gestempelt und dann eingefärbt.

 

…… und wie schafft man die Verbindung?

 

Michaela Vay stammt aus einer Gastronomen-Familie (Genießerklause

Neu-Isenburg). Hier wurde der Apfelwein zum Verkauf im elterlichen Lokal in den 1990er Jahren auch noch selbst gekeltert. Das eigene „Guude Stöffsche“ durfte Michaela mit ihrem Vater herstellen.

 

Jahre später bereiste sie Asien regelmäßig und leidenschaftlich. Besonders das Kunsthandwerk und die Fähigkeit, aus Naturprodukten wundervolle Artikel zu fertigen, faszinierten sie. Kurz darauf importierte sie viele exotische Waren von der Götterinsel Bali nach Frankfurt und Hanau und eröffnete dort Ihre Einzelhandelsgeschäfte. Besonders die farbenfrohen, handgestempelten Stoffe, die in der Batiktechnik gefertigt wurden, haben sie begeistert.

 

Während des ersten Corona-Lockdowns grübelte Sie, wie ihre Balinesischen Batiker und Schneider weiterhin beschäftigt werden können, da sie keine Unterstützung vom Staat erhalten und wie auch sie selbst ihre Existenz sichern kann. Etwas Neues galt es zu erfinden, das auch ohne Ladengeschäft zu verkaufen ist. Eine Diskussion mit einer Kundin über Kultur und Traditionen brachte sie dann auf die Idee, die beiden Traditionen aus Hessen und Bali miteinander zu verbinden.

 

…… und dann ging ALLES ganz schnell….

 

Im Jahr 2022 gab Michaela Ihr Ladengeschäft in Hanau coronabedingt auf und beschäftigte sich mit der neuen Idee „Bembel-Batik“.

 

Kurzerhand entwarf sie aus Vorlagen der Bembelranken den Entwurf zur Herstellung zweier traditioneller Batikstempeln.

 

Diese wurden ganz nach der Tradition noch von Hand aus Kupferbändern gebogen und kochend versiegelt. Das Wachs, das für die Stempelbatik benötigt wird, kann so daran haften.

 

Der Batiker stempelt dann jedes einzelne Motiv mit der Hand sorgfältig auf den Stoff, bevor dieser gefärbt wird.

 

Gemeinsam mit dem Batiker und dem Schneider Putu Arioka wurde die Farbzusammenstellung besprochen. Blauer Stempel auf grauem Stoff. Ganz wie der Bembel.

So entstand die „BEMBEL-BATIK“ und ist auch „e guudes Stöffsche“

Sie ging im Juli 2022 als weltweit einzige Batik mit Bembelmuster in die Produktion.

 

Somit war die Verbindung beider Traditionen gelungen und eine Lösung für die Überwindung der Coronakrise gefunden.

 

In Zusammenarbeit mit Schneider Putu werden Entwürfe für eine eigene Kollektion auf das Papier gebracht.                     

 

Im August 2022 ist die erste Kollektion mit Mode und Accessoires produziert und wird nach Frankfurt geschickt.

 

Fair gehandelte Mode auf Naturstoffen in Handarbeit produziert. Langlebig und nachhaltig.